Auf dem Abschlussball tuschelten die Klassenkameraden meiner Tochter, als der beliebteste Junge sie zum Tanzen aufforderte, obwohl sie im Rollstuhl saß – dann ergriff der Direktor das Mikrofon und sagte etwas, das den ganzen Raum verstummen ließ.
„Er hat es mir heute Abend gesagt“, sagte sie. „Er sagte, er wisse, wie schnell einem das Leben genommen werden kann. Deshalb wollte er, dass ich komme.“
Ich schluckte. „Er klingt wie ein guter Junge.“
"Er ist es."
Dann sagte sie: „Als er mich zum Tanzen aufforderte, vergaß ich den Panzer. Ich vergaß für einen Moment alles.“
„Für einen kurzen Moment fühlte ich mich wieder wie ich selbst.“
Ich griff hinüber und nahm ihre Hand.
"Gut", sagte ich, obwohl meine Stimme bei dem Wort fast versagte.
Sie blickte hinaus auf die dunkle Straße, die an ihr vorbeizog. „Ich weiß, es war nicht perfekt.“
"NEIN."
„Aber es war echt.“ Sie lächelte in sich hinein. „Und für einen kurzen Moment fühlte ich mich wieder wie ich selbst.“
Das blaue Kleid breitete sich um sie herum aus wie ein Stück Himmel.
Als wir nach Hause kamen, halb ich ihr aus dem Auto, setzte sie wieder in den Stuhl und ging mit ihr durch die Haustür, wo uns wie immer das geduldige Summen des Hauses empfing. Ich brachte sie ins Bett, deckte sie zu und dimmte die Lampe.
Im Türrahmen blickte ich zurück.
Das blaue Kleid umhüllte sie wie ein Stück Himmel. Ihre Wangen waren noch von der Nacht gerötet. Der Schlauch lag an ihrem Schlüsselbein und wirkte nicht wie das Erste, was man im Raum wahrnahm.
„Mama?“, sagte sie verschlafen.
Ich glaubte, dass selbst jetzt, selbst hier, die Güte noch rechtzeitig eintreffen könnte.
"Ja?"
„Ich bin froh, dass ich hingegangen bin.“
Ich stand da, eine Hand am Türrahmen, und versuchte, sie, die Nacht und alles Zerbrochene, Schöne gleichzeitig festzuhalten.
„Ich auch“, sagte ich.
Und zum ersten Mal seit langer Zeit glaubte ich, dass selbst jetzt, selbst hier, Freundlichkeit noch rechtzeitig ankommen könnte.
