Fünf Jahre Ehe hatten Catherine Miller gelehrt, das Geräusch einer sich schließenden Tür zu erkennen, noch bevor jemand den Türgriff berührte.
In jener Nacht war die Tür nicht physisch. Sie war verborgen im Lächeln ihres Mannes, in den Fingern einer anderen Frau, die seine Krawatte richteten, und in der Art, wie jeder im Raum genau zu wissen schien, wo Ethan Cole war – während es niemanden kümmerte, wo seine Frau stand.
Die Feier zum zehnjährigen Jubiläum der Cole Corporation hatte einen ganzen Hotelballsaal in Anspruch genommen. Kristalllüster erstrahlten über den Köpfen der Gäste. Champagner stand in silbernen Eimern gekühlt. Kellner bewegten sich mit polierten Tabletts durch die Menge. Jedes Mal, wenn Ethan anhielt, um einen Investor, einen Anwalt, einen alten Geschäftspartner oder eine andere einflussreiche Person zu begrüßen, die er nicht warten lassen wollte, blitzten die Kameras.
Und neben ihm stand Clare Jensen, wie immer. Clare trug ein weiches, helles Kleid aus einem Stoff, der wie für Kameras gemacht schien. Sie lachte Ethan ins Ohr, berührte seinen Arm, wann immer sie seine Aufmerksamkeit wollte, und neigte den Kopf mit der geübten Hilflosigkeit einer Frau, die jeder beschützen wollte.
Die meisten Gäste nahmen an, Clare sei seine Frau. Einige wussten wohl, dass dem nicht so war. Für Catherine spielte der Unterschied inzwischen keine Rolle mehr. Fünf Jahre lang hatte sie gelernt, am Rande zu leben – am Rande der Fotografien, am Rande der Tische, am Rande der Gespräche, am Rande einer Ehe, in der ihr Name zwar auf offiziellen Dokumenten stand, aber selten auf Geschenken.
