Lisa kehrte nur aus einem Grund in ihr Elternhaus zurück: um ihre Mutter mitzunehmen, zu gehen und nie wieder zurückzukehren. Doch eine Frage blieb unbeantwortet – warum hatte ihre Mutter ihren verstorbenen Nachbarn so sehr verachtet? Nachdem sie sein Haus betreten hatte, erhielt sie endlich die Antwort. Eine Antwort, die sie sich schon viel früher gewünscht hätte.
Als ich vor meinem Elternhaus hielt, überkam mich ein Wirrwarr an Gefühlen. Das Haus sah fast genauso aus, wie ich es in Erinnerung hatte – etwas abgenutzt, aber immer noch stabil.
Als ich aus dem Auto stieg, nahm ich mir einen Moment Zeit, um den vertrauten Duft des Gartens, den leichten Hauch von altem Holz, einzuatmen.
Erinnerungen strömten zurück und zogen mich immer tiefer in die Vergangenheit hinein.

Nur zur Veranschaulichung. | Quelle: Midjourney
Das letzte Mal war ich hier vor Jahren, bei einem Familientreffen, das sich eher wie eine lästige Pflicht als wie eine Feier anfühlte.
Ich hatte immer Abstand gehalten, war ganz in mein eigenes Leben, meinen Job, meine Freunde vertieft – in so viele Dinge, die sich damals dringlich und wichtig anfühlten.
Ich wusste, dass es nicht richtig war, so lange wegzubleiben, aber meine Mutter und ich standen uns nie nahe.

Nur zur Veranschaulichung. | Quelle: Midjourney
Susan war eine Frau mit starken Meinungen und einem aufbrausenden Temperament. Schon als Kind fiel es mir schwer, mit ihr zu reden, und je älter sie wurde, desto schwieriger wurden unsere Gespräche.
Wir gerieten oft wegen Kleinigkeiten aneinander, und es schien einfacher, Abstand zu halten.
Doch mit der Zeit bemerkte ich Veränderungen.

Nur zur Veranschaulichung. | Quelle: Midjourney
Wenn wir telefonierten, erwähnte sie, wie schwer es sei, den Haushalt in Ordnung zu halten, und dass Einkaufen und Putzen große Herausforderungen darstellten.
Ihre Stimme klang schwächer, ihre Worte langsamer. Ich wusste, es war an der Zeit, sie näher an mich heranzubringen, an einen Ort, wo sie sicher und geborgen sein würde.
Seltsamerweise willigte sie schließlich in den Umzug ein, nachdem ihr Nachbar Jeremy – ein Mann, den sie nie gemocht hatte – verstorben war.

Nur zur Veranschaulichung. | Quelle: Midjourney
Ich konnte ihre Gefühle für Jeremy nie verstehen.
Ich erinnere mich noch gut daran, wie sie mich aus meiner Kindheit davor gewarnt hat, sich ihm zu nähern, und mir verboten hat, in der Nähe seines Gartens zu spielen. Er war immer nur freundlich zu mir gewesen.
Irgendwann gab ich die Frage auf, warum sie ihn so sehr nicht mochte, und befolgte einfach ihre Regeln.
