Meine Nachbarin verschwand spurlos, und alle taten so, als wäre nichts geschehen, bis ich herausfand, was sie verbarg – Geschichte des Tages
„Warum kommt mir das so bekannt vor?“, murmelte ich und strich mit der Hand über den Rahmen.
Bevor ich weiter nachdenken konnte, ließ mich das Knarren der Haustür wie angewurzelt stehen bleiben. Mein Herz hämmerte, als Schritte durch das Haus hallten.
In Panik flüchtete ich in einen engen Schrank und presste mir die Hände vor den Mund, um still zu bleiben.
Durch die Lamellen sah ich Victoria den Raum betreten.
Warum schleicht sie sich in ihr eigenes Haus?

Nur zur Veranschaulichung | Quelle: Midjourney
Die Antwort kam mir, als ich sah, wer bei ihr war.
David. Mein Mann!
Ihn mit Victoria zu sehen, hat mir Übelkeit bereitet.
„Sie wohnt nebenan“, sagte Victoria. „Du musst dich darum kümmern, bevor sie alles ruiniert.“
David nickte, sein Gesicht finster und berechnend, derselbe Blick, den ich schon so oft hinter verschlossenen Türen gesehen hatte.
Mir schnürte es die Kehle zu. Mein Mann und mein Freund schmiedeten einen Plan. Und die Person, gegen die sie sich verschworen hatten … war ich.

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***
Ich spürte, wie die Wände des Schranks sich um mich herum zusammenzogen. Mein Atem ging schnell und flach, jeder Atemzug schwerer als der vorherige. Die Dunkelheit, die mich umgab, fühlte sich erdrückend an.
Panik ergriff mich und drohte, mich völlig zu überwältigen. Ich presste die Zähne zusammen und versuchte, still zu liegen und keinen Laut von mir zu geben.
Ich kann hier nicht bleiben.
Meine Finger zitterten, als ich mich an der Kante der Schranktür festklammerte und auf den richtigen Moment wartete.

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Schließlich verstummten ihre Stimmen und wurden durch das Geräusch ihrer Schritte ersetzt, die in einen anderen Raum führten.
„Jetzt“, flüsterte ich mir zu und nahm meinen letzten Rest Mut zusammen.
Ich schlüpfte so leise wie möglich aus dem Schrank. Jeder Schritt zur Hintertür schien eine Ewigkeit zu dauern. Ich umfasste den Türgriff, drehte ihn langsam und drückte die Tür gerade so weit auf, dass ich hindurchschlüpfen konnte.

Nur zur Veranschaulichung | Quelle: Midjourney
Die kühle Nachtluft traf mich wie ein Schlag, aber ich hatte keine Zeit, sie zu genießen. Ich machte einen Schritt in Richtung Freiheit...
Und eine Hand schloss sich um meinen Arm.
„Ich hab dich“, zischt eine Stimme.
Mir wurde ganz flau im Magen und ich drehte mich um.

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