Teil 2
Nachdem die Tür ins Schloss gefallen war, stand seine Frau schweigend im Flur und lauschte dem Tropfen des Wasserhahns im Badezimmer.
Dann holte sie tief Luft und blickte den Mann an, den ihr Mann in ihr Leben gebracht hatte.
„Wie heißt du?“, fragte sie leise.
„Victor“, murmelte er. „Ich kann gehen, wenn du willst.“
„Nein, Victor“, sagte sie sanft. „Zuerst duschst du, isst etwas, und dann reden wir.“
Ein paar Stunden später sah der Mann, der ihr gegenüber saß, nicht mehr wie ein schmutziger Fremder von der Straße aus. Er wirkte müde, beschämt und in einem ihrer alten Sweatshirts schmerzlich gewöhnlich.
Sie breitete die zerknitterten Papiere auf dem Tisch aus.
„Demnach“, sagte sie, „gehört dir jetzt die Hälfte dieser Wohnung. Aber wir beide wissen, dass du ausgenutzt wurdest.“
Victor senkte den Blick.
„Er sagte, es sei ihm egal, was passiert, solange dein Leben ruiniert wird.“
Das Gesicht der Ehefrau verhärtete sich.
„Dann reparieren wir, was er kaputt gemacht hat. Ich helfe dir, von der Straße wegzukommen, eine Unterkunft zu finden, ordentliche Kleidung zu kaufen und dir echte Unterstützung zu organisieren. Im Gegenzug gibst du mir deinen Anteil. Fair und transparent.“
Eine Woche später saßen sie vor einem anderen Notar. Victor unterzeichnete die Schenkungsurkunde, erhielt von ihr angemessene Hilfe und nahm die Empfehlung für eine Rehabilitationsklinik an.
Währenddessen kümmerte sich die Ehefrau um alles andere.
