TEIL 1
Ich bestieg mit meiner Geliebten das Flugzeug, in der Gewissheit, dass meine Frau Hunderte von Kilometern entfernt war.
Dann erschien sie in ihrer makellosen Stewardessenuniform an der Kabinentür und reichte mir ein Glas.
„Champagner“, sagte Dakota gelassen, „um die von dir erfundene geheime Reise zu feiern?“
Mein ganzer Körper erstarrte.
Neben mir umklammerte Trinity meinen Arm fester. Sie blickte von Dakota zu mir, ihr selbstsicheres Lächeln erlosch.
„Was hat sie gerade gesagt?“, flüsterte Trinity.
Ich konnte nicht antworten.
Dakota war meine Frau. An jenem Morgen hatte ich ihr per SMS geschrieben, dass ich auf dem Weg nach Nashville zu einem Geschäftstreffen sei. In Wirklichkeit bestieg ich mit einer anderen Frau einen First-Class-Flug von Miami nach Florenz.
Dakota weinte nicht. Sie schrie nicht. Sie trat einfach mit einem aufgesetzten Lächeln beiseite.
„Willkommen an Bord“, sagte sie. „Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Flug.“
Sieben Jahre lang glaubten alle, ich sei der perfekte Ehemann. Ich brachte Blumen zu Familienessen mit, postete Fotos zum Jahrestag und nannte Dakota meinen größten Segen.
Doch hinter diesem Bild hatte ich mir ein anderes Leben aufgebaut.
Trinity war eine PR-Beraterin, die ich bei einer Firmenveranstaltung kennengelernt hatte. Zuerst trafen wir uns nur auf ein paar Drinks. Dann zum Abendessen. Dann verbrachten wir Wochenenden, die ich als Geschäftsreisen deklarierte. Jetzt reiste ich mit ihr nach Italien – auf Kosten der Firma.
Ich dachte, Dakota würde es niemals herausfinden.
Ich habe mich geirrt.
Trinity hob das Kinn und versuchte, sich zu fassen. „Könnten Sie uns später Champagner bringen?“
Dakota lächelte sie an.
„Selbstverständlich, Ma'am.“
Dieses eine Wort traf härter als jede Beleidigung.
Ich wollte etwas erklären, aber hinter uns warteten Passagiere. Dakota deutete in Richtung Gang.
„Ihre Plätze befinden sich im vorderen Fahrgastraum. Bitte fahren Sie fort.“
Ich schritt voran wie ein Mann, der dem Gericht entgegengeht.
Als wir uns setzten, musterte mich Trinity mit wachsendem Misstrauen. Ich fummelte an meinem Sicherheitsgurt herum. Ein paar Minuten später ging Dakota an unserer Reihe vorbei und überprüfte die Gepäckfächer.
Sie beugte sich so nah vor, dass nur wir sie hören konnten.
„Reicht der Champagner aus, um Ihr Treffen in Nashville gebührend zu feiern?“
Trinity drehte sich langsam um.
„Nashville?“
Ich hatte keine Antwort.
Dakota ging ruhig und anmutig weg, aber ich kannte diesen Blick. Sie war nicht gebrochen.
Sie hatte Pläne.
