Nur ein Junge hat mich zum Abschlussball eingeladen, weil sonst niemand mit mir gehen wollte, wegen des Muttermals in meinem Gesicht – alle lachten, bis Polizisten in die Turnhalle kamen.

Einen Moment lang schien alles um mich herum stillzustehen. „Erwischt sie … Du meinst, das war eine Falle in einer Falle?“

Ein Beamter nickte. „Heute Nachmittag hat Caleb eine Aussage gemacht und Tonaufnahmen sowie Screenshots als Beweismittel für eine geplante Belästigungskampagne gegen Sie, Miss, übergeben.“

„Sie sind also nicht hier, um Caleb zu verhaften?“, fragte ich.

„Ganz genau, Miss. Wir sind hier für die jungen Damen, die diesen Plan ausgeheckt haben.“

Etwas Heißes und Altes öffnete sich in meiner Brust. Diesmal war es keine Scham. Es war etwas anderes.

Ich drehte mich langsam um und suchte die Menge ab.

Sie stand wie angewurzelt neben dem Punschstand, einen roten Plastikbecher halb am Mund. Brittany. Das Mädchen, das vier Jahre lang über mich geflüstert hatte. Ihre Wimperntusche begann bereits zu verschmieren.

Der Beamte folgte meinem Blick.

„Das ist sie.“ Ich zeigte in die Richtung. „Das blonde Mädchen im roten Kleid, das am Punschstand steht. Die fünf Mädchen, die in ihrer Nähe stehen, sind ihre Freundinnen.“

Der Beamte nickte seinen Partnern zu.

Fast gleichzeitig drehten sich alle drei Beamten um und gingen über den Turnhallenboden in Richtung des Boxtisches.

Die Beamten blieben vor Brittany stehen.

„Miss, wir bitten Sie, zur Befragung nach draußen zu kommen“, sagte ein Beamter.

Brittanys perfektes Lächeln erlosch. „Das ist ein Witz. Das kannst du nicht ernst meinen.“

„Ich meine es sehr ernst, Miss. Wir haben Beweise dafür, dass Sie sich verschworen haben, um eine Mitschülerin zu schikanieren. Sie und Ihre Freunde können freiwillig nach draußen kommen und mit uns sprechen, oder wir können mit einem Haftbefehl zurückkehren.“

Brittanys Mund bewegte sich, aber kein Wort kam heraus. Dann wirbelte sie herum und stieß einen Schrei aus: „Das hast du getan? Du hast diesen fleckigen Versager mir vorgezogen?“

„Brittany, hör auf.“ Caleb hob die Hände. „Du machst es nur noch schlimmer für dich.“

„Sie ist NICHTS, Caleb!“, kreischte Brittany weiter.

„Das reicht.“ Ein Beamter trat vor und bedeutete Brittany, ihm zu folgen.

Sie stürmte zum Ausgang, ihre Freundinnen folgten ihr. Die Polizisten begleiteten sie.

In der Turnhalle wurde es still. Jedes Flüstern, jedes Lachen, jedes grausame Geräusch verstummte.