Was ist der weiße Strang in Eiern? Die überraschende Wahrheit über dieses oft missverstandene Detail

Wer schon einmal ein Ei aufgeschlagen hat, hat ihn wahrscheinlich gesehen: einen kleinen weißen, faserigen Strang, der am Eigelb haftet. Für viele Menschen wirkt dieser seltsame Faden zunächst ungewöhnlich oder sogar etwas unappetitlich. Manche entfernen ihn sofort mit einer Gabel oder einem Löffel, andere fragen sich, ob das Ei möglicherweise verdorben ist.

Tatsächlich könnte nichts weiter von der Wahrheit entfernt sein.

Was auf den ersten Blick wie ein Fehler der Natur aussieht, ist in Wirklichkeit ein erstaunliches Beispiel für die perfekte Konstruktion eines Eis.

Der geheimnisvolle weiße Faden

Wenn man ein Ei vorsichtig in eine Schüssel aufschlägt, fällt der Blick meist zuerst auf das Eigelb.

Bei genauerem Hinsehen entdeckt man jedoch häufig einen oder zwei weiße, leicht verdrehte Stränge.

Der wissenschaftliche Begriff lautet:

Chalaza

Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß „kleiner Knoten“ oder „Verdrehung“.

Die Hagelschnur ist ein natürlicher Bestandteil jedes Hühnereis.

Sie entsteht bereits während der Bildung des Eis im Körper der Henne.

Welche Aufgabe hat die Hagelschnur?

Sie wirkt wie ein natürliches Aufhängungssystem.

Ihre Hauptaufgabe besteht darin:

  • Das Eigelb in der Mitte des Eis zu halten
  • Das Eigelb zu stabilisieren
  • Das Eigelb vor Stößen zu schützen
  • Die empfindlichen Strukturen im Inneren zu sichern

Man kann sie sich wie elastische Sicherheitsgurte vorstellen.

Während das Ei bewegt wird, verhindern die Hagelschnüre, dass das Eigelb gegen die Innenseite der Schale stößt.

Tatsächlich besitzt ein Ei normalerweise zwei Hagelschnüre.

Eine befindet sich auf jeder Seite des Eigelbs.

Sie arbeiten gemeinsam daran, das Eigelb möglichst zentriert zu halten.

Beim Aufschlagen des Eis wird jedoch häufig nur eine deutlich sichtbar.

Die andere kann:

  • Versteckt sein
  • Im  Eiklar untergehen
  • Bereits teilweise gelöst sein

Deshalb glauben viele Menschen, es gäbe nur eine einzige Hagelschnur.

Eine der interessantesten Eigenschaften der Hagelschnur betrifft die Frische des Eis.

Eiklar

Je frischer ein Ei ist, desto deutlicher ist die Hagelschnur oft sichtbar.

In sehr frischen  Eiern ist sie:

  • Dicker
  • Fester
  • Heller
  • Deutlich erkennbar

Mit zunehmendem Alter des Eis verändert sich die Struktur.

  • Dünner
  • Schwächer
  • Weniger auffällig

Deshalb betrachten viele Fachleute eine gut sichtbare Hagelschnur sogar als positives Zeichen.

Warum verändert sie sich mit der Zeit?

Im Laufe der Lagerung verliert ein Ei langsam Feuchtigkeit.

Gleichzeitig verändern sich einige Eiweißstrukturen.

Die Hagelschnüre verlieren einen Teil ihrer Spannung und werden weniger deutlich sichtbar.

Deshalb erscheinen ältere Eier oft flüssiger als frische Eier.

Ist die Hagelschnur essbar?

Ja, absolut.

Die Hagelschnur besteht hauptsächlich aus Eiweißproteinen.

Sie enthält dieselben Grundbestandteile wie das umliegende Eiklar.

Es gibt keinen gesundheitlichen Grund, sie zu entfernen.

Sie ist:

  • Essbar
  • Sicher
  • Natürlich
  • Nährstoffreich

Viele Menschen essen sie ihr ganzes Leben lang, ohne es überhaupt zu bemerken.

Nahrungsmittel

Beeinflusst sie den Geschmack?

Nein.

Die Hagelschnur hat praktisch keinen eigenen Geschmack.

Nahrungsmittel

Sie verändert weder:

  • Das Aroma
  • Die Konsistenz des fertigen Gerichts
  • Die Qualität des Eis

Beim Kochen wird sie weich und vermischt sich vollständig mit den übrigen Bestandteilen.

Was passiert beim Kochen?

Sobald das Ei erhitzt wird, gerinnen die Proteine.

Die Hagelschnur verschmilzt praktisch mit dem  Eiweiß.

Eier

Bei:

  • Rührei
  • Omeletts
  • Spiegeleiern
  • Kuchen
  • Muffins
  • Pfannkuchen

ist sie nach dem Garen meist nicht mehr zu erkennen.

Viele Menschen haben sie bereits unzählige Male gegessen, ohne es zu wissen.

Wann entfernen Köche die Hagelschnur?